Yoth Iria – Gone With The Devil: Griechischer Black Metal auf Weltniveau
- Freyja

- 1 day ago
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Es gibt Alben, die man einmal hört und sofort spürt: Das ist kein Durchschnittswerk. „Gone With The Devil“, das dritte Studioalbum von Yoth Iria, erschienen am 8. Mai 2026 auf Metal Blade Records, ist so ein Werk. Die griechische Black-Metal-Legende um Jim Mutilator – Gründungsmitglied von Rotting Christ und Varathron – hat mit diesem Album nicht nur die eigene Diskografie auf ein neues Level gehoben, sondern der gesamten Hellenic-Metal-Szene ein Manifest hinterlassen.
Die Band hinter dem Album: Jim Mutilator und das Hellenic Erbe
Yoth Iria sind kein neues Projekt. Hinter dem Namen steckt Jim Mutilator, eine der einflussreichsten Figuren der griechischen Metal-Szene. Als Mitgründer von Rotting Christ und Varathron hat er in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren den Hellenic Black Metal maßgeblich geprägt – jenen düsteren, melodischen und zugleich mystischen Stil, der sich klar vom nordeuropäischen Ansatz unterscheidet. Mit Yoth Iria trägt Mutilator dieses Erbe weiter, ohne dabei in Nostalgie zu erstarren: Das Projekt blickt vorwärts, ohne die Wurzeln zu verleugnen. „Gone With The Devil“ ist der bisher überzeugendste Beweis dafür.
Der Sound: Wo Black Metal auf Heavy Metal trifft
„Gone With The Devil“ lässt sich nicht einfach in eine Schublade stecken. Das Album öffnet mit „Dare to Rebel“ – einem Track, der mit stabilen Rock-Rhythmen und dualen Gitarrenharmonien überrascht, die an das goldene Zeitalter von Iron Maiden erinnern, aber in ein finsteres, atmosphärisches Gewänd gehüllt sind. Im weiteren Verlauf verweben mediterrane Folk-Elemente und opernhafte Ausbrüche ein cinematisches Klangbild, das man in dieser Form selten im Black Metal findet. Vergleiche zu Dissection und Vinterland drängen sich auf – doch Yoth Iria klingt dabei unverwechselbar griechisch: rituell, erdgebunden und von einer fast hypnotischen Gitarren-Textur durchzogen.
Die Highlights: Tracks, die im Gedächtnis bleiben
Wer das Album einmal gehört hat, kommt an einigen Momenten nicht mehr vorbei. „The Blind Eye of Antichrist“ ist ein regelrechter Ohrwurm – der chorische Refrain-Hook ist einer der eindrucksvollsten Momente im Black Metal dieses Jahres. „I, Totem“ baut eine rituelle Atmosphäre auf, die nach mehrmaligem Hören nur tiefer wird. Die fast balladenhaften Tracks „3am“ und „Give ’Em My Beautiful Hell“ zeigen eine emotionale Bandbreite, die man von einem Black-Metal-Album nicht unbedingt erwartet – aber sofort zu schätzen weiß. Und „Woven Spells of a Demon“ macht genau das, was der Name verspricht: Es bezaubert und lässt nicht mehr los.
Produktion: Glänzend – und bewusst polarisierend
Die Produktion von „Gone With The Devil“ ist modern und professionell – was Lob und Kritik gleichermaßen einbringt. Der Sound ist dicht, klar und durchdacht arrangiert, was dem Album eine cinematische Wirkung verleiht. Einige Kritiker bemängeln, dass genau diese Glätte dem rohen, organischen Charakter des klassischen Hellenic Black Metal etwas von seinem ursprünglichen Schmutz nimmt – der „Wall of Sound“-Ansatz kann die Dynamik stellenweise einebnen. Das ist letztlich Geschmackssache: Wer modernen, zugänglichen Metal schätzt, wird keine Probleme damit haben. Wer auf ungefilterten Underground-Sound besteht, darf es kritisch sehen. Beide Positionen sind verständlich.
Fazit: Ein Meilenstein für den Hellenic Black Metal
„Gone With The Devil“ ist ein Meilenstein für die griechische Metal-Szene und ein Muss für alle, die Black Metal nicht nur als rohen Lärm, sondern als ausdrucksstarke Kunstform verstehen. Yoth Iria haben sich 2026 definitiv in die erste Reihe gespielt – und Jim Mutilator beweist einmal mehr, dass echte Legenden nicht von gestern leben, sondern die Gegenwart prägen.
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