Kanonenfest 2026 in Bamberg, Mental Cruelty, Vader, Kataklysm und Kanonenfieber (Festival Review)
- L7

- vor 1 Tag
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Erwartungen
Letzten Freitag war ich beim Kanonenfest in Bamberg, dem Festival von Kanonenfieber, und ganz ehrlich: Von Anfang bis Ende war das einer der bestorganisierten Festivaltage, die ich seit langer Zeit erlebt habe. Das Ticket hat 60 Euro gekostet, und das ist für sechs Bands, diese Atmosphäre, den Sound und alles, was drumherum aufgebaut wurde, wirklich ein sehr guter Preis. Schon am Anfang hatte man das Gefühl, dass das mehr wird als einfach nur ein normaler Konzerttag.

Das Line-up war auch stark: Hackneyed, Antrisch, Mental Cruelty, Vader, Kataklysm und natürlich Kanonenfieber. Die ersten beiden Bands habe ich leider verpasst, weil ich aus Nürnberg kam und vorher noch gearbeitet habe, aber selbst mit späterer Ankunft hat das dem Gesamterlebnis überhaupt nicht geschadet.
Passend zu diesem Review habe ich eine Spotify-Playlist auf Basis der Kanonenfest-Setlist erstellt, damit ihr sie beim Lesen direkt mitlaufen lassen könnt:
Anreise, Merch & Bier
Was Kanonenfieber wirklich stark gemacht hat, war das komplette Festival-Konzept rund um die Musik.
Draußen gab es einen Erster-Weltkrieg-Museumsbereich mit historischem Material, Bildern, Erklärungen und Leuten, die Fragen beantwortet haben. Das war eine fantastische Idee und hat perfekt zum ganzen künstlerischen Konzept der Band gepasst. Es wirkte nicht wie Deko, sondern wie ein echter Teil des Events.

Direkt daneben war der Merch-Bereich, und auch dafür gibt es ein riesiges Lob. Die Kanonenfieber-Shirts haben nur 25 Euro gekostet, und ein Hoodie lag bei 45 Euro. In einer Zeit, in der große Bands teilweise absurde Preise verlangen, ist das ehrlich beeindruckend. Das Shirt vom neuen Album hatte ich schon, deshalb habe ich mir diesmal einen Hoodie mit den Tourdaten geholt.
Ein persönliches Highlight war für mich das Treffen mit Daniel Bechthold, dem Künstler hinter den visuellen Designs und Artworks von Kanonenfieber. Ich habe direkt bei ihm ein Poster gekauft, signieren lassen und mich auch kurz mit ihm unterhalten. Super angenehmer Mensch, sehr interessant, und ich fand es richtig cool, wie er mir erklärt hat, wie seine Grafiken lebendiger und dynamischer wirken. Das war so ein Festivalmoment, der hängen bleibt.
Sogar das Bändchen verdient eine Erwähnung. Normalerweise schneide ich die nach einem Konzert ziemlich schnell ab, aber dieses hier sah so gut aus, dass ich es noch eine Weile behalten wollte. Kleines Detail, aber es zeigt, wie viel Sorgfalt in das ganze Event gesteckt wurde.
Ich hatte diesmal ein Sitzplatz-Ticket, weil die Stehplätze zu schnell ausverkauft waren und ich zu spät gekauft habe. Im Endeffekt war das aber sogar eine sehr gute Erfahrung. Es gab keine festen Sitzplätze, man konnte sich frei bewegen, sitzen, stehen, auf der Tribüne den Platz wechseln und den Abend einfach entspannter genießen. Vielleicht mache ich das nächstes Mal sogar wieder so. Bier hat 5 Euro plus 2 Euro Pfand gekostet, und insgesamt wirkten die Preise allgemein fair.
Mental Cruelty
Die erste Band, die ich dann wirklich gesehen habe, war Mental Cruelty, und die waren richtig stark.
Die Stimmung war sofort da, das Publikum hatte Bock, und die ganze Halle fühlte sich schon komplett lebendig an. Ihr Set hatte eine sehr intensive Energie und hat in diesem Festivalrahmen perfekt funktioniert. Schon an diesem Punkt hat man gemerkt, dass die Leute wirklich motiviert waren und dass das ausverkaufte Festival nicht ohne Grund ausverkauft war.

Vader
Nach einer kurzen Pause kamen Vader, und für mich waren sie wahrscheinlich der legendärste Name im Line-up, abgesehen von Kanonenfieber selbst. Kataklysm sind natürlich auch sehr bekannt, aber für mich haben Vader dieses zusätzliche „die musst du live sehen“-Gewicht.
Und ja, sie waren fantastisch.
Musikalisch war alles messerscharf. Die Instrumente, die Kontrolle, die Bühnenpräsenz, diese Art von Autorität kommt nur von einer Band mit echter Erfahrung. Am Ende gab es noch ein Slayer-Cover, und abgeschlossen wurde mit dem Imperial March, was ein richtig guter Touch war. Das war eines dieser Sets, bei denen man einfach dasteht und denkt: Genau deshalb werden Bands wie diese immer noch so respektiert.

Kataklysm
Danach kamen Kataklysm, und sie haben nochmal eine andere Art von Energie reingebracht, vielleicht sogar die wildeste Publikumsreaktion des ganzen Abends vor Kanonenfieber.
An einem Punkt haben sie mehr Crowd Surfing gefordert, und das Publikum hat sofort geliefert. Es war ständig Bewegung da, viel Action, und insgesamt eine sehr spaßige, sehr körperliche Atmosphäre. Sie wussten ganz genau, wie sie das Publikum mitnehmen, und das Publikum war absolut bereit dafür.
Kanonenfieber
Um 22:20 Uhr war es dann endlich Zeit für Kanonenfieber, und es war tatsächlich das erste Mal, dass ich sie live gesehen habe. So viele Follower und Freunde hatten mir schon lange gesagt, dass ich Kanonenfieber unbedingt live sehen muss, und jetzt verstehe ich endlich warum.

Aus meiner Sicht sind sie im Moment die stärkste deutsche Metal-Band.
Und das liegt nicht nur an der Musik.
Das war eine komplette Produktion, ein komplettes Konzept, ein komplettes Erlebnis. Das Bühnendesign war unglaublich, der Sound war sogar weit hinten auf der Tribüne perfekt, und die ganze Show wirkte größer als einfach nur ein normaler Headliner-Auftritt. Ich war schon vorher in dieser Arena und der Sound war immer gut, aber diesmal hat wirklich alles genau gepasst.

Sie haben ungefähr eine Stunde und vierzig Minuten gespielt und ziemlich genau um Mitternacht beendet, und musikalisch war das überragend. Der Gesang war stark, die Chöre haben wunderschön funktioniert, die Reaktion des Publikums war massiv, und natürlich waren alle wichtigen Songs dabei. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war, dass die Show auch eine Erzählung getragen hat. Man hat nicht einfach nur Songs bekommen, sondern eine ganze Atmosphäre rund um das Thema Erster Weltkrieg, mit gesprochenen historischen Elementen, visueller Erzählung und dieser kompletten künstlerischen Welt, die Kanonenfieber zusammen mit Daniels Designs und der Bühnenproduktion aufgebaut haben.
Genau das macht sie besonders. Ich kenne ehrlich keine andere Band, die dieses Thema auf so einem Niveau umsetzt, mit dieser musikalischen Qualität und mit so einer kompletten Gesamtinszenierung. Es fühlte sich größer an als ein Konzert. Es fühlte sich an wie ein vollständig zum Leben erwecktes Konzept.

Fazit
Kanonenfest war einfach outstanding.
Die Preise waren fair, die Organisation war hervorragend, der Sound war fantastisch, der Merch überraschend bezahlbar, und das ganze Event hat gezeigt, dass den Leuten dahinter die Fans wirklich wichtig sind. Selbst die Dinge außerhalb der Musik, das Museum, das Artwork, die Bändchen, die Gedanken hinter dem Merch-Setup, all das hat etwas beigetragen.
Und Kanonenfieber selbst haben jeden Hype absolut gerechtfertigt.
Das war nicht einfach nur eine starke Headliner-Show. Das war einer dieser Festivaltage, an denen alles klickt: Atmosphäre, Publikum, Performances, Konzept und Umsetzung. Riesiges Lob an alle Beteiligten.
Wenn sie das nochmal machen, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.







































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